Exporte aus Österreich

Österreich Exportkaiser

Als kleines europäisches Land ist Österreich international gut vertreten, vor allem mit Produkten aus der Lebensmittelindustrie.

Die österreichischen Agrarexporte insgesamt (Zollkapitel 1 bis 24) konnten im Jahr 2017 erstmals die 11 Mrd.-Hürde überspringen. Rund 40% der gesamten Agrarexporte entfallen auf agrarische Erzeugnisse. 60% sind Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie, bei denen sich daraus für 2017 ein Exportwert von 6,7 Mrd. Euro errechnet. Seit dem EU-Beitritt Österreichs konnten die gesamten österreichischen Agrar- und Lebensmittelexporte sogar um mehr als 500 Prozent gesteigert werden, jene von den Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie um fast 600 % (von 959 Mio. Euro auf 6,7 Mrd. Euro). Die besondere Leistung zeigt sich vor dem Hintergrund, dass die gesamte Wirtschaft Österreichs in diesem Zeitraum ihre Exporte um 237 % erhöhen konnte.

„Das ist neuerlich ein sehr gutes Ergebnis, das zeigt, dass österreichische Lebensmittel und Getränke mit Qualität, Sicherheit und Genuss weltweit punkten können“, betont Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie.

Handel innerhalb der EU im ersten Halbjahr 2018 weiter ausgebaut

Die gesamten Agrarexporte Österreichs konnten im ersten Halbjahr 2018 um 4,8 % zulegen und erreichte mit 5,8 Mrd. Euro einen neuen Höchstwert. Traditionell steht dabei der Handel mit unserem Nachbarn Deutschland an der Spitze der Exportstatistik. Im Vergleich der Halbjahre 2017 und 2018 konnte dort eine Steigerung des Exportwertes um sechs Prozent auf knapp über zwei Mrd. Euro erzielt werden. Auf dem zweiten Platz liegt Italien mit 609 Mio. Euro (- 5 %), während Frankreich um 5,6 % auf 137 Mio. Euro zulegen konnte. 

Der Exportmotor Deutschland entwickelt eine hohe Zugkraft für die gesamte EU. Die Exporte der Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie zeigen für das erste Halbjahr 2018 mit einem Volumen von 3,5 Mrd. Euro und einem Plus von 6,3 % gegenüber dem Vorjahr eine optimistische Entwicklung und das trotz angespannter Märkte im In- und Ausland. Die Exportleistung der Erzeugnisse der österreichischen Lebensmittelindustrie auf dem EU-Markt stieg im ersten Halbjahr 2018 um 8,2 %. Der deutsche Markt wuchs gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 8,2 % auf knapp 1,2 Mrd. Euro. Die Exporte auf den Märkten außerhalb der EU entwickelten sich im ersten Halbjahr 2018 mit einem Plus von 2,1 % unterdurchschnittlich und erreichten ein Volumen von knapp 1,1 Mrd. Euro.

Chancen beim Agrarhandel mit Drittstaaten nutzen

Erst kürzlich hat die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Christine Lagarde, auf die Gefahr hingewiesen, dass die positive Entwicklung der Weltwirtschaft durch Handelseinschränkungen wie Zölle, etc. nicht behindert werden darf. „Gut ausverhandelte und tragfähige Handelsabkommen wie CETA oder jenes mit Japan sind daher für eine funktionierende Außenwirtschaft wichtig“, so Koßdorff. Die aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr 2018 zeigen, dass die Agrarexporte in die USA insgesamt um 5,6 % auf 472 Mio. Euro zulegen konnten. Rückgänge im Agrarexport waren hingegen mit Kanada (- 11,8 %) und Japan (- 5,6 %) zu verzeichnen, was die Bedeutung der intensiven Bearbeitung dieser sehr kaufkräftigen Märkte belegt.

Wichtige Zukunftsmärkte sind neben den USA und Kanada die Länder in Ostasien mit China, Japan und Südkorea, für einzelne Produkte auch die Golfregion als Gateway nach Indien. Besonders wichtig sind aber auch die nahen Märkte wie der Westbalkan (Serbien) und die Schweiz. 

Unterstützung durch die Bundesregierung wichtig

Die österreichische Agrar- und Lebensmittelwirtschaft begrüßt jede Initiative Österreichs bzw. der EU, die Chancen für heimische Hersteller auf den Märkten rund um den Globus zu verbessern und setzt sich im Rahmen künftiger Verhandlungen mit Drittstaaten klar für einen sachlichen Diskurs und für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes ein.

Konkret benennen der Fachverband der Lebensmittelindustrie und die AMA-Marketing gemeinsame Voraussetzungen, die für die Weiterentwicklung der Exporterfolge unerlässlich sind:

Aktuelle BREXIT-Verhandlungen machen Sorgen

Großbritannien zählt zu den wichtigsten Exportmärkten für die österreichische Agrar- und Lebensmittelwirtschaft und ist beim Lebensmittelexport innerhalb der EU nach Deutschland, Italien und Ungarn der viertgrößte Absatzmarkt für die österreichische Lebensmittelindustrie. Das Exportvolumen lag im ersten Halbjahr 2018 bei 90 Mio. Euro. Die aktuelle Situation verunsichert viele EU-Exporteure und Kunden in Großbritannien. Die österreichische Lebensmittelindustrie erwartet sich daher, dass Großbritannien auch nach dem BREXIT ein attraktiver Absatzmarkt bleibt. Wichtige Zielsetzung der österreichischen Lebensmittelindustrie ist es, dass nach klaren Übergangsregelungen nicht-tarifäre Handelshemmnisse vermieden und bei vielen Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie der zollfreie Marktzugang nach Großbritannien weiterhin bestehen bleibt.

Klares JA der österreichischen Lebensmittelproduzenten zum EU-Japan-Abkommen

Die österreichische Lebensmittelindustrie wünscht sich eine zeitnahe Umsetzung des EU-Japan-Abkommens mit dem Ziel einer nachhaltigen Stärkung des Wirtschafts- und Exportstandortes Österreich. Vor 150 Jahren starteten die Handelsbeziehungen zwischen Japan und Österreich. Dieses Jubiläum wird in Japan als „Österreich-Jahr“ gefeiert. Mit der voraussichtlichen Anwendung des EU-Japan-Abkommens Anfang 2019 wird es zusätzliche Exportchancen für österreichische Unternehmen bringen.

Offensive in der EU-Handelspolitik

Weil der Preisdruck am Inlandsmarkt enorm ist, hat der Export hohe Bedeutung und sichert Jobs und Wachstum in der heimischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. EU-Abkommen, die Türen auf anderen Märkten aufstoßen, sind daher essentiell. Die österreichische Lebensmittelwirtschaft begrüßt bilaterale Vereinbarungen der EU, die faire Wettbewerbsbedingungen für beide Seiten sicherstellen und in denen EU-Standards berücksichtigt werden. Das trifft unter anderem auf das EU-Kanada-Abkommen (CETA) zu. Es wird einerseits für viele Lebensmittel und Getränke aus Österreich Absatzchancen am kanadischen Markt bringen. Andererseits nimmt es auf sensible Agrarwaren und Lebensmittel durch einen schrittweisen Zollabbau (bis zu acht Jahren), durch Einfuhrkontingente beziehungsweise durch den Ausschluss von sehr sensiblen Produkten Rücksicht.