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Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Robert Nagele (li.), Vorstand „Trägerverein Einwegpfand“ sowie Billa AG und Philipp Bodzenta, Vorstand „Trägerverein Einwegpfand“ und Director Public Affairs Coca-Cola Österreich, die „Eckpunkte Pfandsystem Österreich“.

Eckpunkte Pfandsystem Österreich

Heute erklärten Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Robert Nagele, Vorstand „Trägerverein Einwegpfand“ sowie Billa AG und Philipp Bodzenta, Vorstand „Trägerverein Einwegpfand“ und Director Public Affairs Coca-Cola Österreich, die „Eckpunkte Pfandsystem Österreich“.

Vor einem Jahr wurde im Ministerrat und Parlament das neue Abfallwirtschaftsgesetz beschlossen, dahinter verbirgt sich große Veränderung für Österreichs Wirtschaft, vor allem für den Lebensmittelhandel. Ab 1.1.2025 kommt ein Pfandsystem. Gewessler: „Man zahlt ein Pfand und bekommt es bei Rückgabe wieder zurück“. Es wurde dazu eine Arbeitsgruppe installiert, die nach konstruktiven Lösungen suchte und ein Verein gegründet: der „Trägerverein Einwegpfand“ (TV, Abk.) Die Lösung sollte praktisch sein und einfach umsetzbar.

Die wichtigste Frage: wie hoch wird Pfand sein? „25 Cent für alle Dosen und Flaschen, wir unterscheiden nicht nach Material“, so Ministerin Leonore Gewessler.

Was wird bepfandet? „Einwegpfand für EW-Getränkeflaschen und EW-Dosen von 0,1-l bis 3-l. Eine Ausnahme bilden Milch und Milchmischgetränke „Man weiß, dass Milch schnell sauer wird und aus hygienischen Gründen hat man davon Abstand genommen“.

Die Rücknahme erfolgt überall dort, wo auch gekauft werden kann. Allerdings wird es für kleine Händler eine Erleichterung geben. Sie müssen nur die im Geschäft üblicherweise verkauften Gebinde zurücknehmen: das Beispiel zeigt eine Bäckerei: sie muss nur die 0,5-l PET-Flasche zurücknehmen. Auch eine händische Rücknahme ist möglich und kleine Händler bekommen die Handling-Fee (Kosten) besonders gefördert.

Es wird auch eine Rücknahme auch über neutrale Stellen geben, nämlich über Altstoffsammelzentern auf Bahnhöfe, etc.

Wie geht es weiter?

Es gibt eine Verordnung und Begutachtung für das Gesetz, 2025 muss man starten können. Robert Nagele: „Es ist eine Gesamtlösung für Mehrweg- und Einwegpfand. Abfüller und Hersteller haben sehr gut zusammengearbeitet. Es wurde ein intensiver Arbeitsmodus gefunden und gemeinsame Ziele definiert: 90% Sammelquote und massiv gegen Littering vorzugehen. Das System muss sich langfristig selbst erhalten und eine Kostenneutralität für Mitgliedsbetriebe muss angestrebt werden. Wir wollen das beste und effizienteste Pfandsystem in Europa auf die Beine stellen.
Im Verein sind als Mitglieder alle große Lebensmittelhändler Österreichs und die kleinen Händler sind durch die Wirtschaftskammer und den Fachverband Industrie vertreten. Jeder kann im Verein noch Mitglied werden, bitte wenden Sie sich an www.traegerverein-einwegpfand.at.“

Im Lebensmittelhandel gibt es pro Jahr 2,4 Mrd. Verpackungen, 80% werden auch im Lebensmittelhandel wieder zurückgegeben – die Planungen sind also schon voll im Gange.

Es gab und gibt eine Einmalförderung für die Anschaffung der Automaten – vor allem für kleine Händler. Auch für die Umbauarbeiten, weil es große Umbaumaßnahmen für die Automaten sind und Verkaufsfläche verloren geht. Zusätzlich werden die Prozesse neu aufgestellt: Reinigung, Transport, Logistik. „Da werden wir noch einmal wegen Förderungen bei EU nachhaken“, so unisono aller Beteiligten. Für die Rewe bedeutet das Pfandsystem ZB ein Invest von einem 2stelligen Millionenbetrag.

Philip Bodzenta: „Es ist auch eine große Angelegenheit für die Industrie, dieses System-Upgrade zu machen. Es ist uns aber ein Dorn im Auge, wenn Verpackungen in der Natur liegen, denn aus ihnen kann man wieder Verpackungen machen. Länder mit Pfandsystem haben bessere Sammelquoten, soviel wissen wir. Viele Maßnahmen, vdie wir umsetzen müssen, sind zeitabhängig: Rücknahme-Automaten, etc. Wir mussten schnell handeln, sonst hätten wir einen Standortnachteil gehabt.“ Es sind noch zwei Jahre bis zur Einführung, und man ist im Zeitplan.

Wie wird finanziert?

Im EU-Aufbaufond liegen 80 Mio. Euro für die Infrastruktur der Automaten. „Wir fördern die kleinen Händler mit den gesamten Kosten. Das ist ein Anfangsinvest“, so Gewessler.

Das Pfandsystem selbst trägt sich aus dem Verein: wenn man Pfand hat, hat man Wertstoff, das heißt der Verein selbst hat auch seine Einnahmen. Und er finanziert sich aus den Mitgliedbeiträgen.

Die EU-Vorgabe lautet: Bis 2025 müssen 25% (re)PET in jeder Flasche wieder drinnen sein, teilweise sind manche Unternehmen mit 100% sehr weit, andere noch nicht. Wichtig ist ein UpCycling, keine Downcycling.

Die Aufgabe des TV wird es in Zukunft sein, dass Lücken des Pfandsystems geschlossen werden. Das Pfandsystem sollte ein Non-Profit System sein. Rund um das Pfandsystem wird es auch eine große Kommunikationskampagne geben.

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Veröffentlicht am

08.09.2022