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Deutscher Fiskus als Vorbild für Österreich?

Deutschland zeigt vor, wie ein fairer Handel im Online-Bereich funktionieren kann.

Der deutsche Fiskus hat 2019 deutlich mehr Steuern aus dem Onlinehandel von Produkten asiatischer Unternehmen kassiert. Im Gesamtjahr verzeichnete das bundesweit zuständige Finanzamt Berlin-Neukölln bei den Umsatzsteuereinnahmen von Onlinehändlern aus der Volksrepublik China sowie aus Hongkong, Macao und Taiwan einen Anstieg von 34 Millionen Euro (im Jahr 2017) auf rund 200 Millionen Euro. Das liegt daran, dass Händler, die auf Internetplattformen Produkte in Deutschland verkaufen, seit Jänner 2019 zwingend eine deutsche Steuernummer brauchen.

Das Finanzamt Neukölln meldet deshalb, dass die Zahl der registrierten chinesischen Unternehmen von einst 450 auf mittlerweile fast 29.000 gestiegen sei. Und jede Woche kämen weitere rund 300 Anträge auf Erteilung einer Steuernummer dazu. In der zuständigen Abteilung beim Finanzamt Neukölln arbeiten deshalb jetzt 114 statt der ursprünglich 40 Mitarbeiter. 

Vorbildwirkung?

Wie ist die Situation in Österreich? Mit 1.1.2020 ist auch hierzulande zumindest eine Aufzeichnungsverpflichtung für Steuerangaben in Kraft getreten, sofern Produkte von Onlinehändlern über Plattformen in Österreich vertrieben werden. Darüber hinaus werden Online-Handelsplattformen ab 1.1.2021 in der gesamten EU stärker in die Pflicht genommen: die Betreiber der Marktplätze haften dann analog zu Deutschland auch für die Erbringung der Steuern auf Einfuhren.

Der Handelsverband erwartet durch die Einführung der Plattformhaftung in Österreich mittelfristig Mehreinnahmen von rund 150 Millionen Euro.

Veröffentlicht am

09.01.2020