Traditionelle Podiumsdiskussion am ECR Tag 2020

Das war der ECR Tag 2020

Virtuell aber keineswegs inaktiv, so könnten man den ECR Tag 2020 kurz beschreiben. Mit einem interaktiven Tool waren Handel und Industrie-Zuhörer voll miteingebunden.

Als hätte man es schon früher gewusst: Das heurige ECR Tag-Dach-Thema „Werte schaffen Business“ kann kaum zu einer Zeit besser passen, als zur jetzigen Krisenzeit durch das Corona-Virus initiiert.
„Schwierige Zeiten sind dazu da, um nach neuen kreativen Lösungen zu suchen“, so die Kernaussage des ECR Austria Co-Chairmen Teams Dr. Alfred Schrott (Geschäftsführer von Manner) und Mag. Thomas Zechner (Geschäftsführer Markant Österreich). Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum, wie passt das zusammen und steht das eine dem anderen nicht im Wege?

Keineswegs, meint Key Note Speaker Dr. René Schmidpeter. Er ist sicher, dass Nachhaltigkeit und Profit eng miteinander verbunden sind, wenn der „Purpose“ (Sinnhaftigkeit, Grund, Zweck, Absicht) stimmt. Die Transformation der Wirtschaft dahingehend hat bereits stattgefunden, die Diskussion um weltweite Zulieferketten ist längst im Gange. Diese Themen sollte man im Sinne der 17 SDGs (Sustainable Development Goals) gemeinsam als Wirtschaft angehen. Die Corona-Krise gilt als „Beschleuniger von Trends, die schon vorher da waren“. Der Ruf nach strukturellen Änderungen bedarf eines komplett neuen Mind-Sets und der Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit und Profit keine Gegensätze sind. „Die Welt retten und die Wirtschaft stärken – das sind keine Gegensätze“ ist sich Schmidpeter sicher. Nachhaltigkeit ist keine Bremse, um von „A“ nach „B“ zu kommen, im Gegenteil, nur wer nachhaltig denkt schafft ein erfolgreiches Wirtschaften. Nachhaltigkeit muss in die Unternehmensdenke integriert werden. „Reine Philantropie scheidet als Lösungsweg aus, die Lösung für eine nachhaltige Zukunft liegt bei den Unternehmen selbst!“, sieht Schmidpeter. Das traditionelle Management sieht vor sich den klassischen In- und Output; das nachhaltige Management denkt die Gegenwart von der Zukunft aus. Ein Paradigmenwechsel in Management-Ebenen ist das Um und Auf – aber nur dann, wenn diese Einstellungen auch authentisch und nicht von außen aufgezwungen sind.

Und nicht zuletzt geht es immer um Kosten: nachhaltige Produkte in jeder Art dürfen nicht teurer als alle anderen sein. Sonst werden sie als ausschließlich Premium und nicht erschwinglich eingestuft.

Die Speaker von Edelman betonen, dass Vertrauen bei den Konsumenten als einzige relevante Währung zählt und die britische CPG Unternehmensberaterin Fiona Fitzpatrick bezeichnet den sogenannten „Brand Purpose“ als „Zeitgeist of the moment“.

Auch in der bereits traditionellen Podiumsdiskussion mit Armin Wolf sind sich Michaela Reisenbichler von MAM Baby und Johannes Gutmann von Sonnentor einig, dass Menschen vor allem in Krisenzeiten Marken suchen, denen sie vertrauen.

ECR setzt neue Maßstäbe

Die aktuelle Situation erforderte auch für die gesamte Organisation des ECR Tags einen komplett neuen Zugang. Aber ganz nach dem Motto „Krisen bieten neue Chancen“ hat sich das Team rund um ECR Austria Geschäftsführerin Teresa Mischek-Moritz etwas Besonderes überlegt, um den traditionellen Event auf „virtuelle“ Schiene zu bringen. Die Basis dafür bot die innovative Event-Plattform „Hopin“: Neben der reibungslosen Übertragung von Keynotes wurde in drei ECR Sessions die neuesten ECR Publikationen der Circular Packaging Initiative vorgestellt sowie die Ergebnisse des ECR Pilotprojekt zum Thema „On Shelf Availability“ zwischen Metro und sechs namhaften Industrie-Partnern präsentiert. Dabei konnte man über 2500 Regal-Lücken erfolgreich schließen.

Auch die Themen der Gewinner-Arbeiten beim ECR Academic Student Award knüpften u.a. mit nachhaltigen Themen am Motto des Tages an.

Besonders gut sind auch die vielen unkonventionellen Möglichkeiten zum Netzwerken angekommen, was sich im spontanen Feedback der 300 Teilnehmer widerspiegelt.

Veröffentlicht am

20.11.2020