Alkoholische Getränke weltweite Entwicklung

Alkoholische Getränkemarken verlieren an Wert

Jährlich veröffentlicht "Brand Finance" den Alcoholic Drinks Report, jener für 2020 fällt für die Branche erschütternd aus.

Die wertvollsten alkoholischen Getränkemarken der Welt könnten durch die COVID-19-Pandemie Markenwerte im Wert von bis zu 33 Milliarden US-Dollar verlieren. Die Analyse von Brand Finance zeigt, dass die verschiedenen alkoholischen Getränkemarken innerhalb des Sektors wahrscheinlich unterschiedlich betroffen sein werden, wobei Biermarken stark betroffen sind, da sie einen potenziellen Markenwertverlust von 20% erleiden könnten, und Spirituosen sowie Champagner- und Weinmarken wahrscheinlich mäßig betroffen sein werden, da sie einen potenziellen Markenwertverlust von 10% erleiden könnten.

Wenn man über den gesamten Sektor der alkoholischen Getränke blickt, könnte der Wert der 500 wertvollsten Marken der Welt, die in der Brand Finance Global 500 2020-Rangliste aufgeführt sind, infolge des Coronavirus-Ausbruchs um schätzungsweise 1 Billion US-Dollar sinken.

Drei Kategorien

Brand Finance hat die Auswirkungen von COVID-19 auf der Grundlage der Auswirkungen des Ausbruchs auf den Unternehmenswert im Vergleich zum 1. Januar 2020 bewertet. Die Branchen wurden in drei Kategorien eingeteilt - begrenzte Auswirkung (minimaler Markenwertverlust oder potenzieller Markenwertzuwachs), mäßige Auswirkung (bis zu 10% Markenwertverlust) und starke Auswirkung (bis zu 20% Markenwertverlust) - basierend auf der Höhe des Markenwertverlusts, der für jede Branche im ersten Quartal 2020 beobachtet wurde.

Zum ersten Mal wurde die Rangliste Brand Finance Beers 2020 auf 50 Marken erweitert, wobei Corona mit einem Markenwert von 8,1 Milliarden US-Dollar die Rangliste anführt. Die führende mexikanische Marke wird in sage und schreibe 120 Länder importiert, und der Absatz in den Schlüsselmärkten, darunter China und Südafrika, ist weiterhin solide. Die Marke hat sich darauf konzentriert, ihre lokale Produktion in mehreren Ländern, darunter China, Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Großbritannien und Belgien, auszuweiten, wodurch die Marke nicht nur ihre lokalen Regionen besser bedienen kann, sondern auch ihren CO2-Fußabdruck in Angriff nimmt. Mit der Einführung der neuen Getränke Corona Premium und Corona Familiar - die ersten großen Corona-Innovationen seit mehr als 25 Jahren - und Corona Refresca, dem Vorstoß der Marke in den Markt für alkoholhaltige Erfrischungsgetränke, hat Corona versucht, seine Anziehungskraft sowohl für ein breiteres Spektrum von Anlässen als auch für Verbraucher auf dem US-Markt zu erweitern.

Da China der größte Markt für Corona außerhalb Mexikos ist, hat die unglückliche Kombination aus der Namensgleichheit und der strengen landesweiten Abschottung zu Beginn des Jahres über das chinesische Neujahrsfest einen Absatzrückgang verursacht. Die Hersteller von Corona haben sich jedoch gegen die Behauptungen gewehrt, dass die Pandemie die Marke geschädigt habe, und behaupten, dass die Verbraucher verstehen, dass zwischen beiden kein Zusammenhang besteht.

Tuborg wächst am schnellsten

Die dänische Biermarke Tuborg ist nach einem Anstieg des Markenwerts um 26% auf 968 Millionen US-Dollar die weltweit am schnellsten wachsende Biermarke. Tuborg ist seit 1970 Teil der Carlsberg-Gruppe und verzeichnete ein solides Umsatzjahr mit starken Leistungen in China und Indien, wobei letzterer Markt mehr als zwei Drittel des Jahresumsatzes der Marke ausmacht.

Budweiser: das stärkste der Branche

Zusätzlich zur Messung des Gesamtmarkenwerts bewertet Brand Finance auch die relative Stärke von Marken, basierend auf Faktoren wie Marketinginvestitionen, Kundenbekanntheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmensreputation. Nach diesen Kriterien ist Budweiser (Markenwert um 14% auf 6,4 Milliarden US-Dollar gesunken) mit einem Brand Strength Index (BSI) von 85,2 von 100 Punkten und einer entsprechenden AAA-Bewertung der Markenstärke die stärkste Biermarke der Welt.

In der globalen Markenmonitorstudie von Brand Finance schnitt Budweiser bei der Betrachtung und Bekanntheitsmessung besonders gut ab, was nicht überrascht, dank der hochkarätigen Werbe- und Sponsoringverträge, unter anderem mit der Premier League und der La Liga.

AB InBev hat die Stärke seiner Flaggschiffmarke Budweiser positiv genutzt und den Firmennamen ab März 2019 in Großbritannien und Irland in Budweiser Brewing Group umbenannt, um seinen Bekanntheitsgrad in diesen beiden Märkten zu steigern.

Baileys wächst rasch

Der irische Riese Baileys ist die am schnellsten wachsende Spirituosenmarke, die einen erstaunlichen Zuwachs des Markenwerts um 105% auf 1,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Die Marke hat sich ihrer dreijährigen Strategie verpflichtet, sich neu zu positionieren und sch in ein Getränk zu verwandeln, das bei vielen Gelegenheiten konsumiert werden kann. 

Moët et Chandon sprudelt nach oben

Moët et Chandon (Markenwert 1,4 Milliarden US-Dollar) hat im ersten Ranking von Brand Finance den Titel der wertvollsten Champagner- und Weinmarke der Welt errungen. Als einer der größten und ältesten Champagnerhersteller der Welt ist die Marke als prestigeträchtiger Luxusartikel erkennbar. 

"Als Folge der COVID-19-Pandemie erleben wir in der gesamten Alkoholbranche eine gemischte Entwicklung. Einerseits hat die fast weltweite  Schließung von Bars und Restaurants dazu geführt, dass der Absatz im Horeca-Sektor zum Erliegen gekommen ist. Der Einzelhandelsverkauf in Supermärkten und Flaschenläden hat jedoch sprunghaft zugenommen, da die Verbraucher dazu übergehen, alkoholische Getränke zu Hause zu konsumieren. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Anstieg den Verlust ausgleichen kann und wie es den Marken im kommenden Jahr ergehen wird", so Richard Haigh, Geschäftsführer, Brand Finance.

Veröffentlicht am

12.08.2020