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CBRE: Wie sieht der Einzelhandel von morgen aus?

CBRE: Wie sieht der Einzelhandel von morgen aus?

Innerhalb der CBRE-Studie über den Einzelhandelsmarkt in Österreich 2022 gehen die Experten auf die Trends im Handel der Zukunft ein.

Retail ist und bleibt einer der spannendsten und diversesten Märkte in Österreich. Die Pandemie und dadurch verursachte Schließungen der Gastronomie, Hotellerie und Geschäfte haben diese Assetklasse vor einige Herausforderungen gestellt. Insbesondere der Fashionbereich hatte mit großen Umsatz- und Lieferkettenproblemen zu kämpfen. Wir beobachten, dass viele stationäre Händler sich derzeit mit ihrer zukünftigen Ausrichtung auseinandersetzen und sowohl ihre Onlinepräsenz, als auch ihre In-Store Inszenierung neu evaluieren. 

Immobilien-Experte CBRE beschreibt, wie die Einzelhandelstrends der Zukunft aussehen:

Der Online-Einzelhandel boomt

Das Wachstum der Umsätze im Online-Einzelhandel stieg 2020 um 16 % und 2021 um weitere 5,5 % und ließ den stationären Handel mit nur 3,2 % Wachstum hinter sich. Auch 2022 wird ein Anstieg von 5,2 % (bzw. 2,4 % stationär) prognostiziert. (Euromonitor)

Die Zukunft heisst Omni-Channeling

Durch eine Verknüpfung des Webshops mit dem stationären Handel profitieren alle. Werbung über gezielte Digitalkanäle, Click & Collect und personifizierte After-Sale-Services induzieren eine positive Korrelation.

Veränderte Anforderungen an die Logistik

Durch die gesteigerte Nachfrage im Online- Lebensmittelhandel während der Pandemie wuchs das Angebot in diesem Sektor rapide. Die starke Konkurrenz der Anbieter bewirkte besonders bei Online-Supermärkten eine Vielzahl an Vermietungen von Logistikflächen, sogenannte Dark Stores, inmitten der Stadt. Durch die Kundennähe können sehr kurze Lieferzeiten sichergestellt werden.

Neuinszenierung und Entertainment verhelfen stationärem Handel zu mehr Attraktivität

Der stationäre Handel reagiert auf den zunehmenden Online-Handel mit einer Umstrukturierung seines stationären Angebots. Immer mehr Flagshipstores in Bestlagen tragen zu Imagebildung bei und bieten Entertainment und persönlichen Kundenservice als Ergänzung zum Online-Geschäft.

Branchendiversität wächst dank neuen internationalen Markteintritten

Der Mieterwechsel in A-Lage ist seit Beginn der Pandemie auffallend hoch. Frei werdende Flächen boten für (internationale) Newcomer die Gelegenheit sich in Top-Lagen zu etablieren, was eine steigende Diversität bewirkte.

Fachmarktzentrum vs. Einkaufszentrum

Diskonter wie Tedi, PEPCO oder Action sind in Österreich weiter auf Expansionskurs. Fachmarktzentren gehören hier zu den klassischen Zielen und funktionierten auch während der für den Einzelhandel schwierigen Pandemiezeit in der Regel gut. Das spiegelte sich auch in einer Steigerung der Spitzenmiete wider. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf dem Nahversorgungscharakter, den ein Fachmarktzentrum unbedingt erfüllen sollte.

Vor allem Shopping Center in B-Lagen kämpfen seit einiger Zeit mit steigenden Leerstandsraten. Durch die Pandemie und die damit verbundenen Frequenz- und Umsatzeinbußen wurde dies zusätzlich verstärkt.

Eine Neuvermietung gestaltet sich in einigen kleineren Centern aufgrund fehlender Nachfrage schwierig. Die zwei größten Shopping Center in Österreich, Westfield Shopping City Süd in Vösendorf und Westfield Donau Zentrum in Wien, nutzten die Pandemiezeit für ein Rebranding. Ganz im Sinne der neuen Trends setzen sie verstärkt auf Entertainment und verbessern ihre Aufenthaltsqualität mit innovativen Konzepten. Während sich die Situation für Prime Center wieder gebessert hat, haben Secondary Assets weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Österreich bleibt beliebtes Expansionsziel

Nicht alle Händler konnten den Schwierigkeiten der Pandemie stand halten; viele Händler dünnten ihr Filialnetz aus – CCC, Pimkie, Orsay und andere verschwanden ganz vom österreichischen Markt. Die frei gewordenen Flächen boten demnach viel Platz für eine Reihe internationaler Newcomer. Besonders in Top-Lagen nutzen sie die Chance, sich zu etablieren. Daher fällt der Leerstand an jenen Standorten weiterhin gering aus.

Diskonthändler gehören zu den Gewinnern der Krise – die steigende Inflation und der Kaufkraftverlust bringt neue Kunden. So eröffneten PEPCO und Halfprice erstmals Filialen in Österreich.

Insgesamt haben im letzten Jahr 22 internationale Marken ihren ersten Store in Österreich eröffnet. Ob auch in 2022 eine ähnlich hohe Quote erreicht wird, bleibt noch abzuwarten. Der deutsche Diskonter Thomas Philipps hat im März 2022 seinen ersten Standort eröffnet, weitere spannende Brands und Konzepte stehen in den Startlöchern.

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geschrieben am

31.05.2022