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Die Brauerei in Göss war die erste Grüne Großbrauerei

Brau Union: Vorteil, autark zu sein

In Zeiten von Preissteigerungen bei Energie und Treibstoff macht sich eine nachhaltige Wirtschaftsweise durchaus bemerkbar.

Die Brau Union strebte in den vergangenen Jahren eine Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit im Energiesektor an und ist damit schon sehr weit gekommen. retailreport.at hat Dr. Gabriela Straka, Geschäftsleitung Brau Union Österreich und zuständig für alle nachhaltigen Themen dazu interviewt.

retailreport.at: Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit im Unternehmen in Zeiten, wo die Preise für Energie und Rohstoffe dramatisch steigen?

Gabriela Straka: Durch unsere Nachhaltigkeitsstrategie „Brew a better world“ sind wir bereits in der Lage, an einigen Standorten mit erneuerbarer Energie zu produzieren. In der aktuellen Zeit ist es natürlich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Produktion von Vorteil, möglichst autark zu sein. So sind etwa Photovoltaikanlagen bereits an verschiedenen Standorten in Betrieb und es wird weiter ausgebaut. In der Brauerei Wieselburg wird ein eigenes Wasserkraftwerk betrieben, das bereits ¼ des Strombedarfes deckt und in der Grünen Brauerei Fohrenburg bezieht man Ökostrom aus 100 % österreichischer Wasserkraft. Aber aufgrund der aktuellen Lage treiben wir die eigene Dekarbonisierung verstärkt voran, um Alternativen wie etwa Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zügig in unsere Energieversorgung einzubauen. Punkto Rohstoffe ist es von Vorteil, dass wir großteils aus Österreich beziehen und hier auch langjährige Geschäftsbeziehungen zu unseren Lieferanten haben, somit haben wir derzeit glücklicherweise zumindest keine Knappheit.  

Wie resilient ist man dabei?

Resilienz definiert sich ja auch darüber, sich unabhängiger zu machen von den Faktoren, die man nicht beeinflussen kann, und Faktoren zu stärken, auf die man Einfluss hat. Somit sind wir auf einem guten Weg mit unserer Strategie „Brew a Better World“, die sich in der ganzen Heineken-Familie durchzieht von der Aussaat eines Gerstensamens bis zu dem Moment, in dem ein Glas kühles Bier an der Bar serviert wird. Von der Bekämpfung des Klimawandels bis zur Schaffung einer gerechteren und gesünderen Gesellschaft sind wir entschlossen, einen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu leisten und dies kann am besten gemeinsam erfolgen. Zu unserer Nachhaltigkeitsagenda zählen viele Bestrebungen, die darauf ausgerichtet sind, dass unsere Umwelt für künftige Generationen bewahrt wird.

Was sind die großen nachhaltigen Themen, die Sie in Zukunft angehen und haben sich die Ziele verschoben aufgrund der aktuellen Situationen?

Unser Ziel ist die Transformation in Richtung Kreislaufwirtschaft. Die geplanten Projekte werden auch in der aktuellen Situation, wenn machbar, umgesetzt. So wird in einem nächsten Schritt die gesamte Wertschöpfungskette – vom Korn bis zur Flasche – CO2-neutral, das bedeutet auch die Logistik und unser Fuhrpark. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir hier neue Meilensteine. Heuer ist einer unserer Schwerpunkte etwa die „Biogas-Aufreinigungsanlage“ in Göss: Das aus Brauereiresten hergestellte Biogas wird nun mit einer neuen Anlage aufbereitet, sodass es nicht mehr nur für grünes Brauen genutzt, sondern sogar in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden kann. Weitere Investitionen haben wir in die Grüne Brauerei Fohrenburg in Vorarlberg getätigt, die ab sofort mit Strom aus 100 % österreichischer Wasserkraft und Erdgas aus Vorarlberger Biogas beliefert wird. In Schwechat vor den Toren Wiens investieren wir in ein neues Logistikzentrum, das am letzten Stand der Technik sein wird und zahlreiche Perspektiven in der Wertschöpfungskette liefert.

Energie wird teurer, aber in vielen Brauereien sind Sie bereits autark. Wie schlägt sich das jetzt zu Buche?

Bier ist glücklicherweise ein sehr regionales Produkt, auch bei den Rohstoffen beziehen wir den absolut größten Teil direkt in Österreich, in einigen Brauereien sind wir auch schon punkto Energieversorgung autark. Aber auch wenn wir bei der Produktion schon sehr viel mit nachhaltiger Energie abdecken, stehen wir natürlich auch bei diesen enorm gestiegenen Energiepreisen unter Druck.

Wie geht man als Hersteller von „schweren Gebinden“ mit dem Thema Transport um?

In einem nächsten Schritt wird die gesamte Wertschöpfungskette – vom Korn bis zur Flasche – CO2-neutral, das bedeutet auch die Logistik und unser Fuhrpark. Schaut man den CO2-Fußabdruck bei uns an, so ist der größte Bereich die Landwirtschaft mit 39%. Dann folgt mit 27% die Produktion des Verpackungsmaterials, 12% entfallen auf die Bierherstellung und dann kommt erst der Transport mit 10%. Um aber auch beim Transport in Richtung Nachhaltigkeit zu gehen, wurden bzw. werden hier Maßnahmen gesetzt. 2020 wurden bei uns 22 LKWs ausgeschieden und dafür emissionsarme Modelle zugekauft. Geplant ist es auch, weitere LKWs mit Elektroantrieb anzuschaffen. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir hier neue Meilensteine. Auch achten wir natürlich darauf, die Transportwege möglichst kurz und effizient zu halten.

Wie stehen Sie aktuell zur 0,33-l-Flasche? Wird es hier in näherer Zukunft ein Pfand geben?

Die Mehrweg Quote weiter zu erhöhen ist ein zentrales Ziel der Brau Union Österreich, insbesondere die 33cl Kleinflasche bietet hier eine große Chance. Eine nachhaltige Kleinflaschen Mehrweglösung für den heimischen Biermarkt ist bereits in Entwicklung und hier werden erste Schritte im Jahr 2023 gesetzt.

Können Sie Ihre Expertise aus Österreich auch in anderen Ländern, wo Heineken stark ist, anwenden und umsetzen?

Die „Grüne Brauerei Göss“ in Leoben ist weltweit die erste Großbrauerei mit einer 100% nachhaltigen Bierproduktion und damit ein Vorbild für andere Länder. Auch ist die Brauerei Göss einer von 15 Meilensteinen in der 150-jährigen Unternehmensgeschichte der international tätigen Heineken-Familie.

Nachhaltige Bierkultur

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Veröffentlicht am

02.07.2022