Beschwerde-Rekord im Corona-Jahr

Beschwerde-Rekord im Corona-Jahr

Der Digitalisierungs-Boom und die verstärkte Nutzung von Online-Angeboten durch Covid-19 treiben die eingehenden Meldungen bei der Internet Ombudsstelle massiv in die Höhe.

Corona, die Krise und ihre Lockdowns brachten einen enormen Digitalisierungsschub. Nicht nur bei Home-Office, selbstverständlich auch bei Online-Shopping, Lieferdiensten und Medien. Doch die Internet-Ombuds-Stelle warnt: es ist nicht immer alle Gold, was glänzt und Vorsicht sei geboten: In Summe wurden im letzten Jahr 6534 Beschwerden (+ 37,4 %) österreichischer Konsumenten bearbeitet – ein neuer Spitzenwert. Top-Gründe sind Abo-Fallen, Fakeshops und Lieferverzögerungen. Die Internet Ombudsstelle hilft kostenlos und unbürokratisch.

Welche Gründe?

Wie schon 2019 gab es auch im letzten Jahr die meisten Beschwerden zum Thema „Abo-Fallen“. Bei dieser Betrugsmasche geben Konsumenten ihre Daten an, um ein vermeintlich einmaliges oder kostenfreies Angebot zu nutzen. Dauer und Kosten werden hier nicht oder nicht transparent genug angeführt. Besonders häufig schnappt die Abo-Falle bei vermeintlichen Film-Streaming-Plattformen zu. 

Zu den Top-Beschwerdegründen zählen zudem weiterhin Fakeshops. Während der Covid-19-Pandemie nutzten Internet-Kriminelle die Notsituation aus und setzten vermehrt auf stark nachgefragte Schutz- und Hygieneprodukte wie Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel oder Schutzkleidung. Es zeigt sich also, dass die Betreiber von Fakeshops sehr unmittelbar auf eine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Produkten reagieren. 

Wenig überraschend wurden der Internet Ombudsstelle 2020 auch zahlreiche Beschwerden zu verzögerten Lieferungen gemeldet. Der Online-Shopping-Boom und unterbrochene Lieferketten führten bei vielen E-Commerce-Anbietern zu Problemen mit zeitgerechten Lieferungen.

Die Internet Ombudsstelle erreichen auch immer mehr Beschwerden zu Bestellungen bei Online-Händlern mit Sitz in China. Sprache, Währung und Design der Shops lassen NutzerInnen oft glauben, es handle sich um einen Anbieter mit Sitz in der EU. Dass dem nicht so ist, stellen KonsumentInnen oft erst fest, wenn die Lieferung der Ware Wochen auf sich warten lässt oder überraschend Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen sind. Manchmal kommt es sogar vor, dass Waren von den Zollbehörden wegen Markenrechtsverletzungen vernichtet werden.

Vervielfacht hat sich zudem die Anzahl der „Dropshipping-Händler“. Es handelt sich dabei um österreichische Anbieter, die Waren vom Hersteller bzw. Großhändler (meist mit Sitz in China) direkt an den Kunden verschicken lassen – ohne die Produkte jemals in Händen zu halten. Diese Art von Business lässt sich einfach von zu Hause aus betreiben. Vor allem junge Erwachsene witterten hier zuletzt eine Verdienstchance. Sie missachten dabei aber vielfach Konsumentenschutz-Vorschriften. Auch beim Rücktritt bzw. bei Rücksendungen kommt es in solchen Fällen oft zu Problemen.
 

Veröffentlicht am

07.04.2021