v.l.n.r.: Christoph Scharff (ARA Vorstandsvorsitzender), Harald Hauke (ARA Vorstand) und Alfred Berger (Aufsichtsratsvorsitzender der ARA AG)

ARA: Richtiger Partner für Politik und Wirtschaft

Mit dem Thema Kreislaufwirtschaft geht es flott dahin. Denn: ohne Circular Economy gibt es keinen New Green Deal, den die EU aber vorschreibt.

Wenn ein EU-Land ein Gesetz/Richtlinie/Vorschrift nicht erfüllt, so hat das meist Auswirkungen auf das einzelne Land. Diese sind mehrheitlich monetär. So auch beim Thema Kreislaufwirtschaft: es gilt bis 2025 und weiters bis 2030 Quoten zu erfüllen, ebenso für Österreich, wie für andere EU-Länder.

Wenn die Österreicher denken, dass sie im Recycling schon so gut sind, haben sie recht – und auch nicht. Und hier beginnt die Schwierigkeit. Die ARA-Altsoff Recycling Austria beantwortete jüngst viele Frage rund um das Thema. Alfred Berger, Aufsichtsratsvorsitzender der ARA AG und Nöm, ARA Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Scharff und ARA Vorstand Dr. Harald Hauke sind sich einig: die ARA ist der beste Partner in Sachen Recycling für Politik und Wirtschaft. Das zeigt auch die Tatsache, dass der Marktanteil des Unternehmens bei 75% liegt und in den letzten Monaten viele Kunden wieder zur ARA zurückgekehrt sind, die bei Marktbegleitern waren. Die ARA zählt heute 15.000 Kunden, dazu kommen 1500 Kunden aus dem Elektrobereich.

Für die Umsetzung des New Green Deals und der Optimierung der Kreislaufwirtschaft gibt es mehrere Aspekte zu beachten: nicht nur der Konsument, sondern auch die Wirtschaft sind zum Recycling verpflichtet; der Konsument hat sich verändert und muss in manchen Bereichen mehr motiviert werden (auch hierfür hat die ARA gute Vorschläge), das Recycling muss nachhaltig sein, sowohl für die Umwelt, als auch für denjenigen, der recyclet und ganz wichtig: die ARA steht für eine Vereinheitlichung der Sammellösungen in Österreich. „Wir haben zur Zeit einen Fleckerlteppich an Möglichkeiten, das gehört rasch geändert“, so Scharff. Dazu kommt der Wunsch nach verständlicher Sammlung (in welche Tonne am besten) und nah muss es für alle sein.

Corona als Treiber

Corona hat auch die Kreislaufwirtschaft beeinflusst, das Bewusstsein dafür ist stärker geworden. Die Wirtschaftsleistung im letzten Jahr ging um 7% zurück, aber die Sammelleistung blieb bestehen: Metalle erlebten ein Plus von 6%, Glas +4%, nur Papier hatte ein Minus, das auch dem Rückgang von Zeitungen geschuldet war. Mit rund 1,08 Millionen Tonnen an gesammelten Verpackungen und Altpapier schließt man 2020 trotz der Auswirkungen der COVID-19- Pandemie nahezu nahtlos an das Rekordergebnis 2019 an (- 0,6% im Vergleich zu 2019).

Österreich sieht die Kreislaufwirtschaft nach wie vor als Chance – sowohl Unternehmen als auch Konsumenten. Bei der Bevölkerung sind 83 % der Befragten bereit, sich beim richtigen Trennen und Sammeln noch mehr anzustrengen. Der Anteil, der in Circular Economy investierenden Unternehmen, wiederum hat sich im „Circular Economy Barometer“ seit 2019 deutlich von 50 % auf 69 % erhöht, bei großen Unternehmen sind es sogar 77 %. Im Vergleich dazu investieren allerdings nur 57 % der kleinen Betriebe aktuell in die Kreislaufwirtschaft. „Hier haben wir großen Nachholbedarf“, räumt ARA Vorstand Harald Hauke ein, „allerdings ist das Interesse groß: Bei unseren Grundlagen-Webinaren melden sich jeweils bis zu 1.000 Teilnehmern an.“

Kunststoff das Sorgenkind

Zentrales Ziel ist die Steigerung im Kunststoffrecycling – „hier müssen wir das Recycling bis 2025 verdoppeln“, so der Scharff. „Wir werden die Haushaltssammlung ausbauen und sukzessive von Bring- auf Holsysteme umstellen. Derzeit laufen dazu vielversprechende Pilotversuche, etwa in Kärnten. Zudem müssen wir die Sammlung im Event-, Freizeit- und Außer-Haus-Bereich wesentlich steigern – hier sind wir mit dem Pilotprojekt Big Belly Solar, einem energieautarken, intelligenten Sammelbehälter, in verschiedenen Städten stationiert.“ Die Sammlung von Leicht- und Metallverpackungen sollen zudem bundesweit vereinheitlicht werden – Kunststoffverpackungen, Getränkekartons und Metallverpackungen gemeinsam in der Gelben Tonne und im Gelben Sack zu sammeln macht Sinn. Als Erfolgsbeispiel nennt Scharff die Bundeshauptstadt Wien: Seit der Systemumstellung 2019 hat sich die Sammelmenge um rund 11 % erhöht. Bei den PET-Flaschen gibt es ein Plus von 26 %, bei den Getränkedosen beträgt es 24 % und bei Getränkekartons 30 %.

Im Gewerbeabfall wiederum, so Scharff weiter, steckt ein ungenutztes Potenzial von rund 50.000 t Kunststoffverpackungen in teils sehr guter Qualität – allerdings enthalten in einer Menge von 1 Million Tonnen Abfall. Daher braucht es aus Sicht der ARA eine gesetzlich definierte Trennpflicht und ein Verwertungsgebot für gewerbliche Verpackungen, damit die Sammelmenge in diesem Bereich um 40 % gesteigert werden kann. „Wir begrüßen und unterstützen die Initiative des Klimaschutzministeriums, in den Novellen von Abfallwirtschaftsgesetz und Verpackungsverordnung das große Potenzial an Verpackungen aus Handel, Gewerbe und Industrie gezielt zu nutzen.“

Gamechanger Circular Design und Digitalisierung

Bis 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen in der EU recyclingfähig sein – ein aufwändiger technischer Prozess, der sich allerdings durch günstigere Tarife für entsprechend optimierte Verpackungen bezahlt macht. „Circular Design ist der Gamechanger für die Industrie“, betont Hauke. Bereits jetzt nutzen mehr als 500 Kunden aus allen Branchen den ARA Recycling Compass zur Bewertung der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen. „Umweltfreundliche Verpackungsgestaltung ist ein Hightech-Prozess. Die Wirtschaft arbeitet mit Hochdruck daran, die Anfragen mehren sich von Tag zu Tag. Was bislang noch fehlt, sind rechtliche Kriterien: Was ist eine umweltfreundliche Verpackung aus Sicht des Gesetzgebers?“

Um die Recyclingziele zu schaffen, setzt die ARA darüber hinaus auf eine vollständige Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette: Entpflichtung mit einer digital gestützten Klassifizierung, Online-Dashboards für das Abfallmanagement, digitale Notifizierung, QR-Codes für das Reporting, smarte und sensorbasierte Container und Hightech-Sortieranlagen. „Entsprechende Modellversuche und Forschungskooperationen sind in ganz Österreich bereits angelaufen und entwickeln sich hervorragend. Digitales Stoffstrommanagement stellt einen wesentlichen Schlüssel für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft dar“, betont Hauke. „Wir freuen uns, dass die neue FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft des Klimaschutzministeriums das Thema Recycling als einen von vier Schwerpunkten gewählt hat, damit auch die Forschung den notwendigen Rückenwind erhält.“

„Österreich hat eine gute Startposition im europäischen Kontext, es gibt aber noch viel zu tun. Wir sehen uns mit unserem Zukunftspaket als Experte und Treiber der Kreislaufwirtschaft. Nur mit gemeinsamen umfassenden Maßnahmen können wir die EU-Ziele erreichen und das Klima entlasten – ohne die Wirtschaft zu gefährden oder die Konsumenten zusätzlich zu belasten“, betonen die ARA Vorstände abschließend.

Veröffentlicht am

28.05.2021