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Ankerbrot: Johannes Ruisz, Geschäftsführer Produktion + Supply Chain (li.) und CEO Walter Karger mit dem neuen Thermo Oil Ofen in Lichtenwörth.

Ankerbrot: 30% mehr Energieeffizienz

Die neue Produktion von Ankerbrot steht kurz vor dem Vollbetrieb im niederösterreichischen Lichtenwörth – mit modernsten Technologien und im Sinne einer nachhaltigeren Zukunft.

Innerhalb der 130 Jahre seit der Gründung durch die Brüder Mendl hat das Unternehmen Ankerbrot eine komplette Transformation durchlaufen, die nun in Lichtenwörth, in Niederösterreich, ihren Höhepunkt findet. Auf dem Firmensitz der Bäckerei Linauer & Wagner, die 2018 übernommen wurde, hat Ankerbrot nun eine der nachhaltigsten und effizientesten Großbäckereien Österreichs errichtet. Mit modernster, energieschonender Anlagentechnik und finanziell auch entsprechend unterstützt von der Ankerbrot-Muttergesellschaft Austro Holding. Ankerbrot CEO Walter Karger: „Klimaschutzziele wurden schon bei der Planung entsprechend mitbedacht. Die Investitionen in neue Technologien betragen mehr als 30 Millionen Euro.“ Ende 2023 wird die Produktion in Lichtenwörth in Vollbetrieb gehen und auch die Verwaltung, die zurzeit im 10. Bezirk in Wien angesiedelt ist, wird an einen neuen Standort in Wien umziehen.

Daten und Fakten rund um Ankerbrot

Die Ankerbrot-Gruppe betreibt über 100 Bäckereifilialen mit Schwerpunkt auf den Großraum Wien und Niederösterreich und ist somit der größte Bäckereifilialist Österreichs. Die Produkte werden aber auch im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie vertrieben. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf den LEH.

Etwa 1100 Mitarbeiter erwirtschaften rund 120 Mio. Euro

Die neue Fabrik in Lichtenwörth hat nun eine Fläche von 18.000 m2, wovon der Neubau 12.000 m2einnimmt. 150 neue Arbeitsplätze wurden in der Region geschaffen. Das Produktionsvolumen nach der Fertigstellung liegt bei mehr als 230 Mio. Stück Brot, Gebäck und Feingebäck. Allein bei Brot umfasst das Sortiment 70 unterschiedliche Sorten. Dafür waren am bisherigen Standort in Wien bis zu 25 Produktwechsel pro Tag und Linie notwendig. Durch die häufigen Wechsel und das jeweilige Anfahren mit noch nicht ausreichender Wärme und dem Beenden der Charge mit zu viel Wärmeabgabe fielen erhebliche Energie-Bereitstellungsverluste sowie damit einhergehende Ausschussmengen an.  Ziel war es nun in Lichtenwörth den Backprozess an die Auslastung der Produktion spezifisch anpassen zu können.

Die Umsetzung in Lichtenwörth

Johannes Ruisz, Geschäftsführer Produktion + Supply Chain, erklärt, dass es ab nun im komplett hybriden Betrieb (Kombination aus gewerblicher und industrieller Erzeugung) sowohl bei Brot, Gebäck und Feinbackwaren unterschiedliche Anlagen gibt: einmal für große Mengen, einmal für kleine Losgrößen. Damit wird man auch auf individuelle Kundenwünsche zukünftig noch besser eingehen können. Eine Flexibilität, die sich auch in der Innovationskraft bemerkbar machen wird. Bei der Herstellung aller Mengen (z.B. unter und über 500 Stück Brot) setzt man ganz neu auf Thermoöl. Die Wärmeabgabe kann an die Auslastung angepasst werden, was im Sinne der Nachhaltigkeit und des Energieverbrauches enorme Vorteile bringt.

Zusätzlich werden nicht nur das Backergebnis verbessert und Energie gespart, sondern auch die Lebensmittelabfälle reduziert. Die neuen Thermoöl-Öfen sorgen im Vergleich zu den bestehenden Durchlauföfen für eine Energieeinsparung von 50% beziehungsweise mehr als 5,6 Mio. kWh/im Jahr. 1400 Tonnen CO2 können jährlich eingespart werden. Die weiteren nachhaltigen Highlights sind Free Cooling, Wärmerückgewinnung und der geplante Einsatz einer Photovoltaik-Anlage. In Summe wird der Backbetrieb dann mehr als 30% energieeffizienter sein.

Auch bei Qualität und Produktsicherheit wird man sich weiter verbessern. So wird beispielweise für Brot-Verpackungen eine neue Technologie eingesetzt, mit Clips ausschließlich aus Kunststoff (bisher Kunststoff-Metall-Clips), damit kann der Metalldetektor der Verpackung nachgelagert werden und ein weiterer Schritt hin zu noch mehr Produktsicherheit ist gewährleistet. Eine keimreduzierte Umgebung wird für eine bessere Frischhaltung sorgen. Die ebenfalls erfolgte Überarbeitung der Rezeptur jedes einzelnen Produktes wird es ermöglichen, dass beispielweise Hefe reduziert werden kann, im Sinne einer noch besseren Bekömmlichkeit und Verträglichkeit.

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geschrieben am

25.10.2023