Vöslauer zieht Bilanz
Ein Jahr nach Einführung des Einwegpfands zieht Vöslauer Bilanz. Die Branche ist 2025 von strukturellen Veränderungen, neuer Konsumdynamik und einer Verschiebung hin zu Mehrweg geprägt.
Die Einführung des Einwegpfands veränderte 2025 den gesamten Getränkemarkt. Trotz kühlem Sommer und Marktrückgang blieb Vöslauer wirtschaftlich stabil und hielt seine Position als Nummer 1 im österreichischen Mineralwassermarkt. Marktanteile konnten auch dazugewonnen werden.
Während der Gesamtmarkt von Jänner bis September um –12,7 % zurückging, lag der Rückgang bei Vöslauer bei –7,7 %. Mit einem Marktanteil von rund 39 % (Wert) bleibt das Unternehmen Marktführerin im Mineralwasser- und seit 2023 auch im Near-Water-Segment, aber auch im 0-kcal-Bereich der Getränke ist Vöslauer Marktführer.
„Die Branche befindet sich 2025 in einem Transformationsjahr. Dass Vöslauer unter den Top-Marken den geringsten Absatzrückgang verzeichnet, zeigt die Wirkung frühzeitiger Vorbereitung und konsequenter Investitionen in Innovation und Nachhaltigkeit“, so Geschäftsführer Herbert Schlossnikl. Fakt ist: die Umsatzeinbußen wird auch Vöslauer bis Ende des Jahres aufholen können. Aufgrund der aktuellen Kosten-Situation sind für 2026 Preisanpassungen vorgesehen.
Wachstumsfelder 2025: Mehrweg und Vöslauer Flavours
Das Ergebnis wurde 2025 vor allem von zwei Segmenten getragen: Das Near-Water-Sortiment Vöslauer Flavours wuchs zweistellig – +14,3 % Umsatz und +12,9 % Absatz (NielsenIQ, LEH exkl. H/L, Near Water, YTD KW 40 2025). Das Mehrwegsegment erzielte ein Umsatzplus von 16 %.
„Seit Einführung des Einwegpfands verändert sich das Konsumverhalten. Mehrweg gewinnt an Bedeutung“, sagt Yvonne Haider-Lenz, Leiterin Marketing, Unternehmenskommunikation & Innovation. „Vöslauer bietet als einziges Unternehmen in Österreich eine PET-Mehrwegflasche und zudem Glas-Mehrweg.“ Und das sind auch die Segmente, wo der Mineralwasser-Produzent deutlich wächst. Besonders gut entwickeln sich 9x1Liter PET MW, 8x1 Glas und die 6x1 Liter rPET, ebenso wie die Flavours-Gebinde.
Bio ist ein zartes Pflänzchen, das sehr gut zur Unternehmensphilosophie passt. Heuer wurden die 0,5-Liter auf Glas umgestellt.
Innovation als Wachstumstreiber
2026 folgt ein zentraler Schritt der Innovationsstrategie: Am Standort Bad Vöslau geht eine Aseptik-Anlage in Betrieb, die den Einstieg in weitere Produktkategorien ermöglicht. „Lange haben wir auf die Anlage gewartet, nun ist die Freude umso größer, da die Möglichkeiten deutlich vielfältiger werden“, so Schlossnikl. Man erwartet sich eine Kapazitätserweiterung von bis zu 1 Mio. HL.
Insgesamt investiert Vöslauer dafür 19 Mio. Euro – 15 Mio. Euro in die Anlage, 4 Mio. Euro in Infrastruktur. Der Aufbau startet im Jänner, die Inbetriebnahme ist ab Mai 2026 geplant.
Für 2026 sind sechs neue Produkte vorgesehen, zwei davon im Jänner. „Die Aseptik-Anlage erweitert das Portfolio und ermöglicht neue funktionale Produkte“, so Haider-Lenz.
Es wird spritzig
Um den Durst der Zeit nach alkoholfreien Genussmomenten zu stillen, erweitert Vöslauer das Limonade-Sortiment mit Vöslauer Fizzz – inspiriert von klassischen Aperitif-Variationen: Fizzz Mojito Style und Fizzz Bitter Orange. Erhältlich in der neuen 0,44 l rePET Leichtflasche ab Jänner 2026.
Zukunftsmarkt Deutschland
Deutschland entwickelt sich zum zentralen Wachstumsmarkt: Rund 70 Mio. verkaufte Flaschen pro Jahr, ein Distributionsgrad von 90 % und positive Resonanz auf Kampagnen stärken die Position. Der Umsatz ist um 20% gestiegen und macht derzeit 25% des Gesamtumsatzes aus. Bis 2030 soll sich der Umsatz auf 40 Mio. Euro verdoppeln. Die Gründung der Vöslauer Deutschland GmbH Ende 2023 und das neue Büro in Frankfurt (2025) verbessern die Präsenz bei Handelspartnern und Konsumenten.
Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor
Vöslauer verfolgt eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie. Alle Einweggebinde bestehen aus 100 % rPET (obwohl rPet am Markt um 25% teurer ist als virgin Plastik), die Produktion läuft zu 100 % mit Ökostrom. Seit 2005 wurden die CO₂-Emissionen halbiert. Bis 2030 sollen weitere 28 % ohne Kompensation eingespart werden. Grundlage sind Investitionen in Effizienz, erneuerbare Energien, Materialreduktion, Kreislaufwirtschaft und E-Mobilität.