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ISM 2026

ISM 2026 bestätigt Rolle als Businessplattform

Die ISM in Köln hat vom 1. bis 4. Februar 2026 ihre Position als weltweit führende Fachmesse für Süßwaren und Snacks erneut untermauert.

Die ISM in Köln hat sich vom 1. bis 4. Februar 2026 erneut als wichtigster internationaler Treffpunkt der Süßwaren- und Snackindustrie positioniert. Gemeinsam mit der ProSweets Cologne und der erstmals eigenständig veranstalteten ISM Ingredients bildete das Messetrio die gesamte Wertschöpfungskette der Branche ab – von Rohstoffen und Zutaten bis hin zu Markenartikeln und Handelsmarken.

Rund 1.600 Aussteller aus 72 Ländern präsentierten sich auf der ISM, was einem Wachstum von rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einschließlich ProSweets Cologne (vollständig ausgebucht) und ISM Ingredients beteiligten sich insgesamt rund 1.790 Aussteller aus 75 Ländern, der Auslandsanteil lag bei rund 85 Prozent. Die ISM Ingredients feierte ihre Premiere mit rund 80 Ausstellern aus 27 Ländern und rückte die vorgelagerte Wertschöpfung – unter anderem mit Unternehmen wie Cargill – stärker in den Fokus.

Insgesamt nutzten etwa 32.500 Fachbesuchende aus 140 Ländern die Messe für Ordergespräche, Geschäftsanbahnung und Networking. Der internationale Besucheranteil lag bei 71 Prozent. Besonders stark vertreten waren Entscheider aus Deutschland, Italien, Belgien, China sowie aus wichtigen Absatzmärkten wie den USA und Japan. Auf Handelsseite zählten unter anderem Migros, Rewe Group, Walmart und Tesco zu den anwesenden Unternehmen.

Die internationale Ausstellerstruktur spiegelte sich auch in der wachsenden Zahl an Länderpavillons wider: 39 Gemeinschaftsstände aus 29 Ländern markierten einen neuen Höchststand, erstmals beteiligt waren unter anderem Japan, Marokko, Thailand und die Ukraine. Gleichzeitig wuchs die belegte Ausstellungsfläche, was die anhaltende Bedeutung der ISM für etablierte Markenhersteller und große Player der Branche unterstreicht.

Marktumfeld unter Druck – Umsatz wächst trotz rückläufiger Mengen

Inhaltlich stand die ISM 2026 stark im Zeichen der angespannten Marktlage. Die Branche sieht sich mit massiv gestiegenen Rohstoffkosten, regulatorischen Anforderungen und rückläufigen Produktionsmengen konfrontiert. Besonders die Entwicklung am Kakaomarkt belastet Hersteller: Seit 2023 haben sich die Kakaopreise von rund 2.500 US-Dollar auf zeitweise bis zu 12.000 US-Dollar pro Tonne vervielfacht. Diese Entwicklung ließ sich laut Branchenvertretern nicht mehr vollständig auffangen und führte zu durchschnittlichen Preiserhöhungen von rund 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren, in Osteuropa teils zwischen 37 und 43 Prozent. Deutschland liegt dabei unter dem europäischen Durchschnitt und gilt weiterhin nicht als Hochpreisland für Schokolade.

Die Folgen zeigen sich in den Produktionszahlen: Die Kakaovermahlung sank um rund 10 Prozent in Deutschland und um 6 Prozent in Europa. Die Inlandsproduktion ging um 5 Prozent zurück, das Inlandsangebot um 2,6 Prozent. Auch der Export verzeichnete einen Mengenrückgang von 5,6 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Umsatz – ein Effekt, der laut Branchenvertretern jedoch täuschen kann, da sinkende Mengen mittelfristig auch Arbeitsplätze gefährden.

Konsumverhalten bleibt vergleichsweise stabil

Trotz der deutlichen Preissteigerungen zeigt sich der Konsum robuster als erwartet. Der Absatz ging europaweit um rund 6 Prozent zurück und damit weniger stark als die Preise gestiegen sind. Tafelschokoladen und Riegel bleiben stabil, während sich bei Saisonartikeln eine stärkere Zurückhaltung zeigt. Handelsmarken verteuerten sich europaweit mit durchschnittlich 47 Prozent stärker als Markenprodukte, liegen im Kilopreis jedoch weiterhin unter Markenniveau.

Der europäische Süßwarenmarkt erreichte 2025 einen Umsatz von rund 117,4 Milliarden Euro und macht damit etwa 10 Prozent des FMCG-Gesamtumsatzes aus. Gleichzeitig wird der europäische Binnenmarkt zunehmend als Wachstumsbremse wahrgenommen – unter anderem durch steigende Bürokratie und sinkenden innereuropäischen Handel.

Innovationen und Formate im Fokus

Auf Messeebene setzte die ISM 2026 auf bewährte und neue Formate wie Lab5, New Product Showcase, Talks & Tastings sowie Branchenawards. Themen wie funktionelle Süßwaren, zuckerreduzierte Produkte und Zusatznutzen standen dabei im Fokus. Während zuckerreduzierte Konzepte im funktionalen Segment weiter an Bedeutung gewinnen, bleibt im klassischen Genussbereich der Geschmack weiterhin das entscheidende Kaufkriterium.

Ab 2027 wird die ProSweets Cologne unter dem Namen ISM Manufacturing vollständig in die Dachmarke ISM integriert. Ziel ist es, die Plattformen weiter zu bündeln und die Messe langfristig als ganzheitliche internationale Businessplattform für die Süßwaren- und Snackindustrie zu stärken.

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geschrieben am

04.02.2026