dm wächst über Mengenzuwächse
dm drogerie markt verzeichnet im Inland ein Umsatzplus von 5,6 % auf 1,374 Mrd. Euro. Entscheidend ist, dass dieses Wachstum nahezu vollständig mengengetrieben ist: Die verkaufte Artikelmenge stieg um 5,1 %, die tägliche Kundenfrequenz um 9.000 auf 231.486 Einkäufe. In den aktuell 381 Märkten, im Online-Shop sowie in 205 Studios arbeiten 6.844 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Ländergruppe Österreich und Verbundene Länder erzielte 5,851 Mrd. Euro Umsatz (+11,5 %). In den 1971 Märkten der Region arbeiten 29.120 Menschen. Insgesamt kam es zu 385 Millionen Einkäufen – über 30 Millionen mehr als im Vorjahr. Die geplanten Filialgrößen liegen bei 600-650 m2. Auch aus diesem Grund wird es Umstrukturierungen in den Filialen geben. Die Anzahl der Filialen in Österreich ist in den letzten Jahren ungefähr gleich geblieben, die Verkaufsfläche um 3,7% gewachsen.
Inflation: dm senkt Preisniveau faktisch auf Null
Während die allgemeine Inflation in Österreich bei 3,0 % lag, betrug die dm-interne Inflation im Betrachtungszeitraum nur 0,28 %. Bereits im Vorjahr lag die Warenkorbinflation mit 1,8 % deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Wert.
dm sieht die Gründe in:
- dem starken Griff der Kunden zu dm Marken,
- höheren Abverkaufsvolumina, die Stückkosten senken (weitere Degression geplant)
- Prozessoptimierungen, die Ressourcen für Preisinvestitionen freigeben.
Die rund 16.000 Produkte im Sortiment wurden seit durchschnittlich 23 Monaten nicht preiserhöht. Von den 16.000 Produkten ist ein Drittel Eigenmarken. Die 31 dm Marken umfassen das attraktivste Sortiment. Bei den preisgünstigsten Marken werden nicht nur die Schnelldreher abgebildet, sondern auch Spezialprodukte. „Das wirkt sich auch inflationsdämpfend aus“, so Harald Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Dm hat eben massiv in die Preisstabilität investiert, obwohl die allgemeinen Kosten gestiegen sind. „es geht darum, dass man sich eben die Stückkosten im Detail ansieht – als Logistik end-to-end“, so Thomas Köck, dm Geschäftsführer. So werden etwa Schnelldreher in der Logistik in der Verpackung nicht angebrochen, sondern kommen in der gesamten Verpackung in die Filiale. Dort werden sie mit der ausgeklügelten Verpackung ins Regal gestellt (Beispiel claro). Die Manipulation ist deshalb vor Ort kürzer und sparsamer. „Es bedarf einer guten Zusammenarbeit mit den Partnern (Industrie), um die richtigen Regallösungen zu entwickeln“, so Köck.
50% der Menge erwirtschaftet dm mit Eigenmarken, doch ¾ der Regalfläche stehen den Markenartiklern zur Verfügung. Auch aufgrund von Doppelpackungen und anderen Angeboten kommt es zu dieser mengenadäquaten Platzierung.
dm setzt weiterhin auf Dauerpreise statt Aktionitis, was laut Unternehmen geglättete Warenströme und effiziente Prozesse begünstigt.
Sortiment & Marken: 5500 neue Produkte, starke Eigenmarken
dm bleibt ein diskontierender Fachmarkt mit hoher Innovationsfrequenz: 5.500 neue Produkte wurden im letzten Jahr gelistet.
dm stärkt seine Gesundheitskompetenz und wächst mengenmäßig in den drogistischen Gesundheitssortimenten um +18,4 %. Die Studios führten 330.000 Gesundheitsbehandlungen durch. Produktseitig liegt der Fokus auf Longevity, Conscientious Health und Sportsortimenten.
Für 2026 ist eine umfassende Sortimentsüberarbeitung gemeinsam mit Industriepartnern geplant. Das fällt auch mit dem 50. Geburtstag von dm drogerie markt zusammen. Hier darf man sich überraschen lassen, was die Händler alles geplant haben.
Industrie & Beschaffung: Länderaufschläge im Fokus
Ein neuer, gruppenweiter Datenpool für alle 14 Länder ersetzt dezentral gepflegte Artikelstammdaten. Damit werden Preis- und Packungsunterschiede erstmals länderübergreifend transparent – eine Basis, um mit Herstellern über nicht erklärbare Länderaufschläge zu verhandeln. Parallel treibt dm die internationale Beschaffung sowie Harmonisierung der Logistikprozesse voran. Man kann von einer Art Kompetenzzentren sprechen. Die Kompetenzen ergeben sich nach Drehungsgeschwindigkeit und weiteren Kriterien. Ein Kernprojekt ist das neue hochautomatisierte Verteilzentrum Kronstorf (Investition im dreistelligen Millionenbereich) zur Versorgung Österreichs, Italiens und Sloweniens. Denn das Lager in Enns stößt an seine Grenzen. Demnächst werden einige Ressourcen aus Enns herausgenommen und dann wird auch in Enns investiert. 2028 soll das neue Logistikzentrum in Kronstorf fertig sein.
Omnichannel: Wachstumsfeld Online & High-Tech-Infrastruktur
Der Online-Umsatz der Ländergruppe stieg um 30 % auf 209,8 Mio. Euro, die Bestellungen um 34 %. Die Mein dm-App wird in Österreich von 403.000 Kunden aktiv genutzt. dm setzt auf ein integriertes Einkaufserlebnis: digitale Informationen im Markt, Abholstationen, Paketservices und City-Logistik. Die technische Grundlage schafft die dmTech mit 1.500 IT-Experten.
Nachhaltigkeit & Klima: Investitionen in Energie und Kreislaufwirtschaft
dm verpflichtet sich, bis 2045 klimaneutral zu sein. In der Ländergruppe wurden 50 neue Photovoltaikanlagen installiert – insgesamt 4,8 Mio. kWh Eigenstrom. Die Logistik in Wien wurde vollständig auf Elektro-LKW umgestellt. Bei Eigenmarkenverpackungen bestehen bereits 46 % des Kunststoffvolumens aus Recyclingmaterial; der Materialeinsatz wurde binnen fünf Jahren um 30 % reduziert.
Arbeitsmarkt & Arbeitgeberattraktivität
dm hebt Gehälter überdurchschnittlich an:
- +3,8 % auf Ist-Gehälter,
- +4,8 % unter 2.600 Euro brutto,
- Lehrlingsentschädigung +230 bis +270 Euro über KV,
- Drogisten steigen nach Lehrabschluss mit 2.415 Euro ein.
Der Marktführer im DFH wächst in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld strukturell und nachhaltig und hat auch Marktanteile gewonnen. Die Kombination aus minimaler Warenkorbinflation, mengenbasiertem Wachstum, starker Eigenmarkenperformance, internationalen Einkaufs- und Logistikstrukturen sowie konsequentem Omnichannel-Ausbau verschafft dem Unternehmen klare Wettbewerbsvorteile im österreichischen und mittel-/osteuropäischen Marktumfeld.