Weihnachtsaktion WKO Ö3

Endspurt für Umsätze

Das Weihnachtsgeschäft bietet die letzte Möglichkeit nochmals richtig Gas zu geben, egal ob stationär oder online.

Alle rudern um die letzten Umsätze im Jahr 2018 und pushen ihr Weihnachtsgeschäft: der stationäre Handel macht ein eigenes Gewinnspiel mit dem Radiosender Ö3, Amazon hat einen eigenen „Weihnachtsbeauftragten“ und die online-Plattformen werben gnadenlos für ihre Websites. Der Gong zur Kampfaufstellung ist längst erklungen.

Als Schiedsrichter fungieren Markt- und Meinungsforscher.

Österreich geht vor: Mit 1. Dezember startete zum elften Mal das große Ö3-Christmas-Shopping, bei dem der österreichische Handel mehrmals täglich die Weihnachtseinkäufe der Österreicher bezahlt. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen Hitradio Ö3, der Wirtschaftskammer Österreich und dem österreichischen Handel. Im Weihnachtsgeschäft erwirtschaften einige Branchen wie etwa der Spielwaren- oder der Uhren- und Juwelenhandel einen beträchtlichen Teil des Jahresumsatzes. Mit dabei sind ist nicht nur der stationäre Handel, sondern auch die Webshops aus Österreich. Ziel von Ö3-Christmas-Shopping ist es, den österreichischen Handel zu stärken, der durch ausländische Online-Plattformen unter Druck steht: Von den insgesamt rund 7,3 Mrd. Euro, die für Online-Käufe ausgegeben werden, gehen 3,8 Mrd. Euro an Online-Anbieter aus dem Ausland, so eine e-commerce-Studie der KMU-Forschung. „Das ist ein enormer Kaufkraftabfluss aus Österreich“, so WKO-Präsident Harald Mahrer und Handelsobmann Peter Buchmüller: „Dem arbeiten wir mit der gemeinsamen Aktion Ö3-Christmas Shopping entgegen.“ Darum werden zwischen 3. und 16. Dezember auch 29 entsprechende Radio-Spots auf Ö3 und 61 Spots auf FM4 ausgestrahlt. Das Thema „WIR schauen auf Österreich“ wird dabei heuer in die Aktion einfließen.

 

Der europäische IT-Sicherheitsherstellers ESET prognostiziert im Rahmen einer Studie, dass 12,2% aller Befragten ihre Weihnachtseinkäufe ausschließlich online erwerben werden. Weitere 32,5 % werden mehr als die Hälfte der Geschenke im World Wide Web kaufen. Unter den 18- bis 29-Jährigen werden 56% mindestens die Hälfte ihrer Einkäufe online erledigen, dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die sogenannten Silver Surfer (50+) stehen dem in kaum noch etwas nach: mehr als die Hälfte plant ihre Geschenke online zu kaufen. Lediglich 11,2% der Befragten geben an, komplett auf das Online-Shopping von Geschenken zu verzichten und ohne Ausnahme im stationären Handel für Weihnachten einzukaufen. Jeder siebte Österreicher verzichtet komplett darauf, Geschenke zu besorgen, sagt die ESET-Studie. Das gute Argument für den stationären Handel ist Sicherheit: 27,5% der Befragten hatten schon mit Problemen und betrügerischen Angeboten zu kämpfen. 

Studie Handelsverband und WIFO

Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und der Handelsverband haben ihre Prognose zum Weihnachtsgeschäft abgegeben. Demnach kann der österreichische Einzelhandel im Dezember 2018 mit einem weihnachtsbedingten Mehrumsatz von 1,25 Mrd. Euro netto rechnen. Im Vorjahr lag der Mehrumsatz mit 1,26 Mrd. Euro noch um rund 0,4 % höher.

Insgesamt wird das Umsatzvolumen heuer im Dezember laut WIFO auf nominell 6,27 Mrd. Euro geschätzt. Im Durchschnitt kann somit jeder fünfte umgesetzte Euro als weihnachtsbedingter Mehrumsatz in den Kassen markiert werden. Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2018 sind Spielzeug, Kosmetik/Parfum, Bücher und Bekleidung. Der Trend zu Gutscheinen setzt sich ebenso fort wie die Beliebtheit von Reisen und Wellness - letztere sind Ausgaben, die nicht zum klassischen Einzelhandel zählen.

"Unsere Prognose für das heurige Weihnachtsgeschäft fällt mit 1,25 Mrd Euro netto hoffnungsvoll, aber skeptisch aus. Hoffnungsvoll stimmen uns die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wir haben eine hohe Beschäftigungsquote und eine stabile Konsumnachfrage. Skeptisch machen uns allerdings die starken Umsatzeinbrüche im Einzelhandel in den vergangenen Monaten - minus 3,8% im September", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Dementsprechend gibt man eine sehr vorsichtige Prognose auch für das gesamte Jahr 2018 ab: „"Wir rechnen heuer mit einem stationären Bruttoumsatz von insgesamt 71,8 Mrd. Euro und einem Online-Umsatz in Österreich von knapp 3,8 Mrd. Euro. Ein nominelles Wachstum von 1,8%. Aber: Wenn wir von einer Inflation von 2% ausgehen, werden wir heuer im Einzelhandel real leicht rückläufig sein", so Will.

Zurück zum Dezember: Generell nimmt die Höhe der Dezember-Umsatzspitzen in vielen Branchen über die letzten Jahre hinweg kontinuierlich ab. "Sonder-Aktionstage im November, wie etwa Black Friday, Cyber Monday/Week, aber auch der anhaltende Trend zu Gutscheingeschenken, die erst bei Einlösung in den Folgemonaten als Umsatz gezählt werden, verschieben die klassischen Weihnachtsumsätze auf andere Monate", erklärt WIFO-Experte Jürgen Bierbaumer-Polly. Aber auch das veränderte Konsumverhalten und dabei der verstärkte Einkauf bei ausländischen Onlineshops und Marktplätzen sorgen dafür, dass die Umsatzspitzen im Dezember bei heimischen Händlern niedriger ausfallen.