Brau Union: Konzern stark aktiv
Ganz einfach hat es die Brau Union Österreich zurzeit nicht in Österreich: der Mitbewerb tut vieles, um Brau Union Österreich als „Konzern" zu präsentieren, Standortschließungen hatten lautstarke Reaktionen zur Folge und das laufende Kartellgerichtsverfahren macht sicherlich auch mürbe. Mit einem Wort: es rappelt anständig in der Bierkiste.
Und dennoch: auch in einem hart umkämpften Biermarkt, der heuer bereits um nicht ganz 6% (Menge und Wert) zurückgegangen sein soll, schafft es die Brau Union Marktanteile da und dort dazuzugewinnen. Letztes Jahr lag der Umsatz der Brau Union Österreich bei 800 Mio. Euro.
Man arbeitet hart am Image und an Produktinnovationen. Man schaut sich den Markt und das Konsumverhalten bis ins kleinste Detail an, um darauf mit Neuheiten im Portfolio zu reagieren und man ist starker Partner der Gastronomie und des Lebensmittelhandels. Das zeigt auch die Präsenz der beiden Obleute bei der Präsentation der gesamtwirtschaftlichen Effekte der Brau Union für Österreich, Thomas Peschta (Gastronomie) und Christian Prauchner (Lebensmittelhandel).
Brau Union zeigt die Bedeutung des Marktes
Für einen weltweit tätigen Konzern ist es beachtlich dem „kleinen“ Land Österreich solch eine große Bedeutung zu schenken. Der Auftrag an das Institut Economica in Person Christian Helmenstein war mit Sicherheit mit viel Aufwand verbunden. Die Zahlen gehen sehr in die Tiefe und zeigen tatsächlich die weitreichende Bedeutung des Unternehmens für die österreichische Wirtschaft. Vom Gefühl her könnte man meinen: die Brau Union will zeigen, wie ernst sie den österreichischen Markt nimmt. Regionale und lokale Strukturen bekommen durch den Mutterkonzern Zugang zum internationalen Kapitalmarkt. Aber warum Österreich? Man könnte ja auch mehr Augenmerk auf die Wachstumsmärkte in Südamerika legen – oder auf China. Hier fließen die Mengen.
Österreich ist historisch gesehen sehr wichtig, die Bier-Konsumenten sind sich der Qualität ihrer Biere sehr bewusst und helfen den Braumeistern der einzelnen Brau Union-Standorte sich auf die Zielgruppen-Wünsche zu konzentrieren. Nicht umsonst hat Heineken Österreich, vertreten durch die Brau Union Österreich, 2025 zwei Auszeichnungen bei der Heineken Commerce Week in Amsterdam erhalten: den Heineken Quality Award und den Heineken Most Improved Quality Award. Diese Preise würdigen die hohe und verbesserte Qualität der Biere, die in Österreich produziert werden, wie z. B. das in Wieselburg hergestellte Heineken 0.0. Mit einem Wort: trotz – oder vielleicht auch wegen - eines starken Mitbewerbs ist der österreichische Markt innerhalb des Konzerns ein bedeutender – und deshalb möchte man nach anstrengenden zeiten wieder alles auf Schiene bringen.
Alles auf Schiene bei Produktinnovationen
Wie bereits erwähnt sind die Innovationen ein Kernfokus des Unternehmens. Dafür wird in Konsumentenforschung viel investiert. Schon länger ist das Thema „wenig Alkohol“ oder „zero Alkohol“ ein großes Thema – weltweit. Aktuell liegt das AF-Segment noch bei 3,7%, es wird aber mit Sicherheit (auch mit Bier-Alternativen) wachsen. Die jüngsten Entwicklungen sind Desperados Virgin und Zipfer alkoholfrei 0,0.
Auch im Gebindebereich sieht man Potenzial in der neuen 0,33-l-Mehrweg-Flasche, die nun bald auch das klassische Gösser Bier enthalten wird.
Gesamtwirtschaftliche Effekte der Brau Union Österreich erstmals berechnet
Eine neue Wertschöpfungsstudie der Economica GmbH quantifiziert erstmals den ökonomischen Beitrag der Brau Union Österreich. Die Gesamteffekte entlang der Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft bis zur Gastronomie/Handel – beliefen sich 2024 auf 1,236 Milliarden Euro. Davon entfielen 532,7 Millionen Euro auf die direkte Bruttowertschöpfung aus dem laufenden Betrieb.
Die Brau Union beschäftigte direkt 2.704 Mitarbeitende, insgesamt sichert ihre Tätigkeit 24.192 Arbeitsplätze in Österreich und generiert 738,1 Millionen Euro an Löhnen und Gehältern. Die gesamte Steuer- und Abgabenleistung betrug 640,4 Millionen Euro, wovon 343,8 Millionen Euro direkt an den Staat flossen – mehr als die gesamten österreichischen Zolleinnahmen 2024.
Auch die Landwirtschaft profitiert: Kooperationen mit heimischen Betrieben – darunter Hopfenbauern im Mühlviertel und in Leutschach – schufen 26,1 Millionen Euro Bruttowertschöpfung und 290 Arbeitsplätze. Die 12 Braustandorte der Brau Union sind in ihren Regionen bedeutende Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktoren. Oberösterreich, Niederösterreich und die Steiermark verzeichnen dabei die höchsten regionalen Wertschöpfungseffekte.
Mit 80,2 Millionen Euro Investitionen im Jahr 2024 agiert die Brau Union zudem als wichtiger Investitionstreiber. Rund zwei Drittel der Mittel wirkten unmittelbar in Österreich wertschöpfend.
„Die Daten zeigen, dass die Brau Union als Leitunternehmen der heimischen Nahrungsmittelindustrie weit über ihre eigene Produktion hinaus volkswirtschaftliche Impulse setzt“, so Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein (Economica GmbH). Vorstandsvorsitzender Hans Böhm betonte die regionale Verankerung und Innovationskraft des Unternehmens: „Unsere Brauereien sind starke Wirtschaftspartner, sichern hochwertige Arbeitsplätze und gestalten die Transformation der Branche aktiv mit.“